Technischer Ratgeber · Folientastaturen

Wie bemaßen Sie die Länge der Anschlussfahne eindeutig?

Ein Längenmaß braucht einen festgelegten Beginn und ein Ende. Bauteilmaß, Verlegeweg und Einbauprüfung werden getrennt beschrieben.

Lose schwarze Folientastatur mit vier blauen Tastenfeldern und schmaler Anschlussfahne bis zum freien Ende.
Baoshengda-Produktfoto: Frontkontur, Anschlussfahne und freies Ende sind sichtbar. Ohne Maßstab und Gehäuse zeigt es weder ein Längenmaß noch die Passung im Gerät.

Geben Sie für die Anschlussfahne an, wo das Längenmaß beginnt, wo es endet und in welchem Zustand des Bauteils es gilt. Der Abstand zwischen Tastatur und Stecker im Gehäuse ist ein anderes Maß als die Länge der lose liegenden Fahne. Für eine eindeutige Bestellung brauchen Zeichnung und Angebot denselben Bezug. Der spätere Einbau wird zusätzlich geprüft.

Bei einer kundenspezifischen Folientastatur kann die Angabe „Fahne lang genug bis zur Platine“ zunächst als offene Anforderung dienen. Vor der Musterbestellung sollte daraus ein lesbares Maß werden. BOPLA nennt in seinen technischen Informationen die Lage des Austrittspunkts und die damit verbundene Länge der Anschlussfolie bereits als Angaben für die Entwurfsphase. Eine passende Länge oder ein bestimmtes Maß für Ihr Gerät lässt sich daraus nicht übernehmen.

Start, Ende und Ansicht in der Zeichnung festlegen

Markieren Sie den Beginn des Maßes an einer eindeutig bezeichneten Kontur oder Bezugslinie. Liegt der Austritt beispielsweise an der oberen Frontkante, kann diese Kante als Bezug dienen, sofern die Zeichnung das ausdrücklich festlegt. Ein im Aufbau verborgener Beginn der Leiterbahn ist damit nicht beschrieben.

Am anderen Ende muss erkennbar sein, ob das Maß bis zur physischen Spitze der Fahne oder nur bis zum Beginn eines bestimmten Endabschnitts reicht. Schreiben Sie dazu, welche Abschnitte enthalten sind. Wenn der freie Kontaktbereich zur angegebenen Gesamtlänge gehört, darf er bei der späteren Längenplanung nicht nochmals hinzugezählt werden. Die Länge des Kontaktbereichs und die Einstecktiefe am vorgesehenen Stecker bleiben eigene Angaben. Dafür behandelt der Ratgeber zum Bemaßen des Kontaktendes die Abschnittsgrenzen am freien Ende.

Legen Sie auch die Ansicht fest: Wird die Fahne in ihrer eben dargestellten Kontur bemaßt, oder zeigt die Zeichnung eine Strecke in der Einbaulage? Bei einer gekrümmten Kontur sollten Maßlinie und Bezug eindeutig erkennen lassen, ob die Länge dem Verlauf folgt oder eine gerade Entfernung beschreibt. Diese Wahl wird für das konkrete Bauteil vereinbart; eine Zahl ohne Ansicht lässt sie offen.

Das Baoshengda-Produktfoto zeigt eine lose Folientastatur mit einer schmalen Anschlussfahne zwischen der Frontkontur und dem freien Ende. Diese sichtbaren Stellen helfen, den gewünschten Maßbezug zu benennen. Das Foto hat keinen Maßstab und zeigt keine Einbausituation. Es bestätigt weder eine Länge noch, wo eine Leiterbahn innerhalb des Tastaturaufbaus beginnt.

Bauteilmaß und Einbauweg getrennt angeben

Zeichnen Sie den geplanten Weg von der Tastatur bis zum Anschluss in einer Gehäuseansicht ein. Der direkte Abstand kann eine erste Orientierung geben. Für die Verlegung sind außerdem Umlenkungen, vorgesehene Führungen und die Lage des Kontaktendes zu berücksichtigen. Eine in der Draufsicht ausreichend lange Fahne kann deshalb im geplanten Verlauf anders liegen als angenommen.

Halten Sie in den Unterlagen getrennt fest, welche Länge das lose Bauteil haben soll und welchen Verlauf es im Gerät nehmen soll. Zeigen Sie dabei, wo die Fahne in den Stecker geführt wird und welcher Abschnitt innerhalb der Verbindung liegt. So lässt sich prüfen, ob bei der Planung des Verlegewegs und des Bauteilmaßes derselbe Endpunkt verwendet wurde. Ein pauschaler Längenzuschlag ersetzt diese Abstimmung nicht.

Prüfen Sie gesondert, welche Biegung zum Aufbau passt und ob sich die Verbindung montieren lässt. Der Beitrag zum Biegeradius im Gehäuse beschreibt diese Einbauprüfung.

Am Muster zwei Ergebnisse auseinanderhalten

Vergleichen Sie das lose Muster zunächst mit der vereinbarten Zeichnung. Verwenden Sie die dort bezeichneten Start- und Endstellen sowie denselben Bauteilzustand. Ein aufgerolltes Teil, ein unter Zug gerade gezogenes Teil und die in der Zeichnung dargestellte Kontur dürfen nicht stillschweigend als derselbe Messzustand behandelt werden. Falls sich die Bezugslinie am Muster nicht eindeutig finden lässt, klären Sie die Darstellung vor der Bewertung.

Dokumentieren Sie das gemessene Bauteilmaß mit dem Zeichnungsstand. Ob es innerhalb der vereinbarten Toleranz liegt, wird gegen die Projektunterlagen bewertet; dieser Beitrag setzt keinen Toleranzwert fest. Anschließend prüfen Sie das Muster im vorgesehenen Gehäuse mit dem vorgesehenen Anschluss. „Länge entspricht der Zeichnung“ und „Verbindung lässt sich wie geplant montieren“ sind getrennte Ergebnisse.

Wird später die Platine versetzt oder der Stecker geändert, kann sich der benötigte Verlegeweg ändern, obwohl das gelieferte Bauteilmaß unverändert bleibt. Prüfen Sie in diesem Fall erst den neuen Einbauweg und legen Sie anschließend fest, ob die Bauteilzeichnung angepasst werden muss.

Eine Anfrage mit offenen Maßen beginnen

Für die technische Projektanfrage genügt als Einstieg eine Skizze, auf der der gewünschte Beginn und das Ende des Längenmaßes markiert sind. Schreiben Sie dazu, ob ein freies Anschlussende oder ein montiertes Anschlussteil vorgesehen ist. Eine Gehäuseansicht und die Unterlagen zum Anschluss helfen, wenn sie bereits vorliegen. Unentschiedene Maße können Sie als offen kennzeichnen.

Besprechen Sie die Bauteilanforderungen in der Zeichnungs- und DFM-Abstimmung. Für ein belastbares Angebot müssen die noch offenen Annahmen abgestimmt werden. Die Maßprüfung am Muster, die Prüfung der Verbindung im Gerät und die Produktionsfreigabe bleiben nachfolgende Projektschritte.