Technischer Ratgeber · FPC-Anschlussfahne

Welche Maße braucht das Kontaktende einer FPC-Anschlussfahne?

Eine Endlänge allein beschreibt das Kontaktende nicht eindeutig. Trennen Sie die Maße und ordnen Sie jede Anforderung der passenden Steckerzeichnung zu.

Freies Anschlussende mit hellen parallelen Streifen, einem dunkleren kurzen Bereich und einer längeren bernsteinfarbenen Fahne.
Am Anschlussende sind unterschiedlich erscheinende Abschnitte und ihre Übergänge sichtbar. Freigegebene Kontaktlängen und Dicken lassen sich aus der Aufnahme nicht bestimmen.

Für das Kontaktende einer FPC-Anschlussfahne reicht eine Angabe wie „Endlänge“ nicht aus. Legen Sie in einer Detailzeichnung fest, von welcher Kante aus gemessen wird. Beschreiben Sie die Länge des freiliegenden Leiterbereichs, eine gegebenenfalls vorhandene Verstärkung und die vom Steckverbinder vorgegebene Einsteckgeometrie getrennt. Die Sollwerte müssen zur genauen Steckerausführung und zum Aufbau der Anschlussfahne passen; aus einem Produktfoto lassen sie sich nicht ableiten.

Zuerst die Bezugskante festlegen

Beginnen Sie mit einer vergrößerten Draufsicht des Anschlussendes. Kennzeichnen Sie die Stirnkante, von der aus die Längen bemaßt werden, und die Endpunkte jeder Maßlinie. Eine Seitenansicht oder ein Schnitt ergänzt die Dicken und den Schichtaufbau. Verwenden Sie dabei die Ansichten und Bezugsflächen der zugehörigen Steckerzeichnung, statt Maße aus unterschiedlichen Ansichten ohne Erklärung zusammenzuführen.

Auch eine Länge mit Einheit bleibt unklar, wenn nicht feststeht, wo sie beginnt und endet. Zwei Zeichnungen können denselben Zahlenwert zeigen und trotzdem verschiedene Abschnitte meinen. Schreiben Sie deshalb neben den Wert nicht nur „Kontaktlänge“, sondern kennzeichnen Sie auch den zugehörigen Bereich in der Endzeichnung.

Drei Angaben nicht zusammenziehen

Freiliegender Leiterbereich: Beschreiben Sie, zwischen welchen Grenzen die Leiter am Ende frei liegen sollen. Die Länge dieses Bereichs ist nicht automatisch die wirksame elektrische Kontaktlänge im gesteckten Zustand. Welche Fläche der Steckverbinder tatsächlich kontaktiert, hängt von dessen Konstruktion ab und lässt sich nicht allein an der freien Fahne ablesen.

Verstärkter Endbereich: Falls die Anschlussfahne eine Verstärkung erhalten soll, zeigen Sie deren Lage und Ausdehnung in der Draufsicht und im Schnitt. Geben Sie an, auf welcher Seite sie liegt und welche Gesamtdicke für den fertigen Endbereich vorgesehen ist. Ein dunkler Streifen auf einem Foto belegt weder das Material noch die Dicke einer Verstärkung. Übernehmen Sie auch keine Maßlinie aus einem Datenblatt als „Verstärkungslänge“, wenn die Zeichnung sie nicht so definiert.

Einsteckgeometrie: Übertragen Sie die für den Anschluss relevanten Grenzen und Maße aus der Zeichnung des konkreten Steckverbinders. Falls dort eine Einstecktiefe definiert ist, halten Sie deren Bezug fest. Sie ist weder die Länge der gesamten Anschlussfahne noch automatisch die Länge des freiliegenden Leiterbereichs. Unklar definierte Maße werden vor der Freigabe geklärt, nicht aus dem Foto geschätzt.

Die Aufnahme zeigt am freien Ende mehrere unterschiedlich erscheinende Abschnitte und ihre Übergänge. Diese sichtbaren Grenzen können helfen, einen Rückfragebereich zu benennen. Sie ersetzen keine freigegebenen Maßlinien und lassen sich ohne Unterlagen keiner bestimmten Schicht oder Funktion sicher zuordnen.

Woher stammen die Sollwerte?

Ordnen Sie jede Anforderung einer Quelle zu: Steckverbinder-Hersteller, genaue Artikelnummer, Zeichnungsseite und Versionsstand. Stellen Sie daneben die entsprechende Maßlinie Ihrer FPC-Endzeichnung. So wird sichtbar, welche Anforderung bereits übernommen wurde und wo noch eine technische Abstimmung fehlt.

Dass mehrere Endmaße getrennt beschrieben werden, zeigen zum Beispiel die Zeichnungen „Recommended FFC“ in den Datenblättern von Würth Elektronik für 68612014422 und 687108182122. Beide enthalten eigene Ansichten und Maßlinien für das empfohlene Flachkabelende. Die Empfehlungen gehören jeweils zum angegebenen Steckverbinder. Sie sind keine allgemeinen FPC-Maße und belegen keine Eignung der fotografierten Anschlussfahne für diese Bauteile.

Für eine FPC sind zusätzlich deren tatsächlicher Aufbau und die Dickentoleranz zu berücksichtigen. Die deutschsprachigen ZIF-Unterlagen von Würth Elektronik behandeln Kontaktbereich, Verstärkung und Dickentoleranzen als zusammenhängende Konstruktionsfragen. Für Ihr Projekt müssen diese Anforderungen mit dem vorgesehenen FPC-Aufbau abgeglichen werden.

Markieren Sie fehlende Werte als „offen“ und notieren Sie, welche Unterlage noch benötigt wird. Eine ähnliche Anschlussfahne oder eine Zeichnung zu einem anderen Steckertyp ist kein Ersatz für den passenden Zeichnungsstand. Kontaktseite und Orientierung werden im Ratgeber zur Kontaktseite der FPC-Anschlussfahne gesondert behandelt.

Die Endzeichnung für eine Anfrage vorbereiten

Für eine erste Projektanfrage können Sie die vorhandene Endzeichnung und die genaue Steckerbezeichnung mitschicken. Falls nur eine Skizze vorliegt, kennzeichnen Sie die Bezugskante, die bereits bekannten Abschnittsgrenzen und die offenen Maße. Ergänzen Sie die zugehörige Herstellerzeichnung mit Seite und Version. Ein Foto hilft bei der Zuordnung des vorhandenen Bauteils, nicht bei der Bestimmung von Sollmaßen.

Die Produktseite zu FPC-Folientastaturen beschreibt den allgemeinen Bauteilrahmen. In einer Zeichnungs- und DFM-Prüfung lassen sich die offenen Angaben zur gewünschten Ausführung besprechen. Halten Sie für ein Angebot fest, welche Annahmen noch bestehen. Eine abgestimmte Endzeichnung ersetzt weder die Prüfung des Musters mit dem vorgesehenen Steckverbinder noch die spätere Produktionsfreigabe.