Technischer Ratgeber · Instrumentenfolie

Wie legen Sie die Skalenlage zur Zeigerachse eindeutig fest?

Skalenmitte und Winkellage brauchen getrennte Angaben. Klären Sie, welches Konturmerkmal als Bezug gilt, statt seine Funktion aus dem Foto abzuleiten.

Lose bedruckte Instrumentenfolie mit Skalenbogen, einer Öffnung mit abgeflachter Begrenzung und rechteckigem Ausschnitt.
Die Produktaufnahme zeigt eine lose Instrumentenfolie. An der großen Skalenöffnung ist eine abgeflachte Begrenzung sichtbar; ihre Bezugs- oder Montagefunktion lässt sich aus dem Bild nicht feststellen. Die mobile Ansicht zeigt diesen Bereich als Ausschnitt. Zeigerwerk, Einbau, Maße und Kalibrierung sind nicht sichtbar.

Legen Sie den Mittelpunkt der gedruckten Skala, ihre Bezugsrichtung und die Zuordnung der Teilstriche zur Zeigerstellung getrennt fest. Beziehen Sie Druckbild, Öffnungen und Außenkontur auf dieselbe Ansicht und denselben Zeichnungsstand. Eine exakt kreisförmige, rotationssymmetrische Öffnung gibt für sich allein keine Winkelausrichtung vor. Bei einer nicht kreisförmigen Öffnung kann ein Konturmerkmal dafür relevant sein. Ob und wie es als Bezug genutzt wird, muss aus den vereinbarten Bauteil- und Baugruppenunterlagen hervorgehen. Welche Abweichungen akzeptabel sind, muss für das konkrete Instrument vereinbart werden.

Bei einer bedruckten Instrumentenfolie können Außenkontur und Öffnung zur Zeichnung passen, während der Skalenbogen gegenüber der vorgesehenen Zeigerstellung verdreht liegt. Vor dem ersten Bauteilmuster sollten Konstruktion und Lieferant deshalb klären, welche Geometrie geprüft wird und welche Anzeigezuordnung der Gerätehersteller freigegeben hat. Die folgende Vorgehensweise betrifft die bedruckte Komponente. Das Zeigerwerk und die Kalibrierung der Anzeige bleiben eigene Prüfaufgaben.

Mittelpunkt und Ausrichtung getrennt beschreiben

Beginnen Sie mit einer Ansicht von der späteren Ableseseite. Markieren Sie die mechanische Zeigerachse und den vorgesehenen Mittelpunkt des Skalenbogens. Falls die Mitte einer Öffnung als Bezug verwendet wird, muss ihre Lage zur Zeigerachse aus den Baugruppenunterlagen hervorgehen. Das Loch im losen Teil ist noch kein Nachweis für diese Zuordnung.

Definieren Sie anschließend eine Richtung, von der aus die Skalenlage beschrieben wird. Das kann eine festgelegte Linie zu einem zweiten Merkmal oder eine ausdrücklich bemaßte Richtung im gemeinsamen Koordinatensystem sein. Bei einer symmetrischen Rundkontur reicht die Angabe „mittig“ nicht aus. Auch eine asymmetrische Außenkontur hilft nur dann, wenn ihre Orientierung tatsächlich als Prüf- und Montagebezug festgelegt ist.

Ein Beispiel aus der Maschinentechnik zeigt, warum die Drehlage eine eigene Aufgabe ist: Die deutsche ELESA-Broschüre zu Stellungsanzeigern beschreibt ein Festhaltesystem, bei dem ein Ankerstift die Skala gegenüber den sich drehenden Zeigern festhält. Außerdem unterscheidet sie Anzeigen nach Drehrichtung. Das ist ein anderes Instrumentensystem, keine Bauvorgabe für eine Fahrzeugfolie; es veranschaulicht die Trennung von feststehender Skala und bewegtem Zeiger.

Teilstrichlage aus freigegebenen Anzeigedaten übernehmen

Klären Sie mit dem Gerätehersteller, welcher Wert zu welcher Zeigerstellung gehört. Halten Sie die gedruckte Anfangsposition, die Endposition und die für das Projekt festgelegten Zwischenpositionen in den Druckdaten fest. Ein vorhandenes Foto eignet sich nicht dazu, eine fehlende Teilung oder Kennlinie abzuleiten.

Prüfen Sie dabei auch die Zählrichtung und die Zuordnung von Einheit, Zahlenwert und Teilstrich. Eine passende Öffnung sagt nichts darüber aus, ob diese Angaben zum vorgesehenen Zeigerwerk gehören. Gleiche Abstände zwischen den gedruckten Strichen dürfen nur übernommen werden, wenn sie den freigegebenen Anzeigedaten entsprechen. Der Folienlieferant sollte eine offene Zuordnung als Rückfrage kennzeichnen, statt eine plausible Teilung zu ergänzen.

Für die Abstimmung ist eine gemeinsame Datei hilfreich, in der die Skalenmitte, der Richtungsbezug und ausgewählte Teilstriche erkennbar sind. Benennen Sie zusätzlich die getrennten Fertigungsdaten für Druck und Kontur. Damit lässt sich feststellen, ob eine Änderung nur das Druckbild betrifft oder auch die Lage einer Öffnung beziehungsweise der Außenkontur.

Drucklage und Einbau am Muster unterscheiden

Am losen Muster wird die Lage des Druckbilds gegenüber den vereinbarten Bauteilbezügen geprüft. Dazu gehören der Skalenbogen und die ausdrücklich ausgewählten Teilstriche. Die Prüfung braucht die gültigen Unterlagen und vereinbarte zulässige Abweichungen; ein allgemeiner Zahlenwert wäre ohne das konkrete Instrument nicht belastbar.

In der vorgesehenen Baugruppe wird anschließend geprüft, ob das Teil in der vereinbarten Orientierung sitzt und ob der Zeiger den freigegebenen Skalenpositionen zugeordnet ist. Das hilft, einen Druckversatz von einer verdrehten Montage oder einer abweichenden Zeigerzuordnung zu unterscheiden. Eine Freigabe der gedruckten Geometrie bestätigt keine Messgenauigkeit des Gesamtsystems.

Das Produktfoto zeigt eine lose Instrumentenfolie mit Skalen, mehreren Öffnungen und einem rechteckigen Ausschnitt. An der Öffnung innerhalb der großen Skala ist eine abgeflachte Begrenzung sichtbar. Ob diese Begrenzung zur Positionierung genutzt wird, lässt sich aus dem Bild nicht feststellen. Ein Zeigerwerk oder eine montierte Baugruppe ist nicht zu sehen. Ebenso wenig belegt das Foto Maße, Kalibrierung oder Fahrzeugeignung.

Eine Anfrage mit dem offenen Bezug beginnen

Für Instrumenten- und Anzeigefolien von Baoshengda können Sie zunächst die vorhandene Druck- und Konturdatei sowie eine Ansicht mit markierter Zeigerachse und Einbaurichtung senden. Fehlt noch ein Winkelbezug oder die Zuordnung einzelner Teilstriche, kennzeichnen Sie genau diesen Punkt. Eine entsprechend markierte Skizze kann die erste Abstimmung unterstützen; sie ersetzt noch keine freigegebene Fertigungszeichnung.

Die technische Zeichnungsprüfung dient der Abstimmung von Bauteil und Unterlagen. Über die Projektanfrage können Sie den offenen Bezug beschreiben und angeben, ob zunächst die Unterlagen oder ein Muster für den Einbau geprüft werden sollen. Vor einer Serienfreigabe müssen die vereinbarten Bauteilkriterien und die Prüfung der Zielbaugruppe abgeschlossen sein.