Technischer Ratgeber · Folientastatur

Folientastatur: Freies Anschlussende oder montierter Stecker?

Legen Sie fest, welche Anschlussausführung zur gelieferten Folientastatur gehört und wer die Bauteile auf der Geräteseite bereitstellt.

Drei Folientastaturen mit grünen Anschlussfahnen und schwarzen Endstücken mit hellen Details an der Vorderkante.
Das Produktfoto zeigt die Anschlussfahnen und die äußere Form der schwarzen Endstücke. Steckertyp, Belegung und Eignung für ein Gegenstück sind daraus nicht bestimmbar.

Legen Sie vor der Musterbestellung fest, ob die Folientastatur mit einem freien Anschlussende oder mit einem bereits montierten Stecker geliefert werden soll. Beschreiben Sie die vorgesehene Geräteseite und wer welche Teile beschafft und montiert. Damit sind die Liefergrenze und die Montageaufgaben benannt. Ob die Verbindung im Gerät passt und elektrisch funktioniert, wird anschließend gesondert geprüft.

Zwei Bauformen, unterschiedliche Liefergrenzen

Beim freien Anschlussende gehört die Ausführung der Fahne zur Folientastaturzeichnung. Die Buchse, in die sie später eingesteckt wird, gehört zur Geräteseite. Das Folienende ist dabei nicht automatisch ein eigener Steckverbinder. In der Bestellung sollten die Tastaturausführung und die zugehörige Gerätezeichnung eindeutig benannt sein.

Bei einem montierten Stecker muss beschrieben sein, welches Anschlussteil an der Folie montiert geliefert werden soll. Das passende Gegenstück auf der Geräteseite bleibt gesondert festzulegen. Dass es zur Schnittstelle gehört, bedeutet noch nicht, dass es auch Bestandteil der Tastaturbestellung ist.

Diese Unterscheidung findet sich auch in der Aufbaubeschreibung von GeBE: Bei der direkten Steckverbindung wird die Folie in eine Buchse gesteckt; bei der indirekten wird ein Stecker auf der Leiterbahnfolie montiert, während das Gegenstück auf der Leiterplatte des Controllers sitzt. Damit ist die Bauform beschrieben. Welche Ausführung geliefert wird, müssen die Projektunterlagen festlegen.

Das Produktfoto zeigt grüne Anschlussfahnen, schwarze Endstücke und helle Details an deren Vorderkante. Die äußere Anordnung ist erkennbar. Sie verrät jedoch nicht, um welchen Steckertyp es sich handelt oder ob ein bestimmtes Gegenstück passt. Eine konkrete Ausführung lässt sich deshalb nicht allein aus dem Foto bestellen.

Zeichnung und Bestellung müssen denselben Zustand beschreiben

Eine Angabe wie „mit Stecker“ lässt offen, ob das Anschlussteil fertig montiert oder lose beigelegt werden soll. Schreiben Sie den vorgesehenen Lieferzustand aus. Benennen Sie außerdem, wer das Gegenstück beschafft und wer es im Gerät montiert.

Für die Abstimmung helfen zwei getrennte Einträge. Sie beschreiben zwei Seiten der Schnittstelle, nicht zwingend zwei separate Steckverbinder in der Stückliste:

EintragWas darin festzuhalten ist
Gelieferte FolientastaturZeichnungsstand der Tastatur und Anschlussfahne; bei montiertem Stecker dessen konkrete Ausführung und vereinbarter Montagezustand
GeräteseiteVorgesehene Buchse oder passendes Gegenstück mit aktuellem Zeichnungsstand; Zuständigkeit für Beschaffung und Montage

Wenn ein Anschlussteil vom Gerätebauer bereitgestellt wird, gehört auch diese Vereinbarung in die Bestellung. Ordnen Sie das bereitgestellte Teil dem vorgesehenen Muster zu. So lässt sich eine später anders ausgestattete Lieferung gegen die vereinbarten Unterlagen vergleichen, ohne aus einem ähnlichen Aussehen auf Gleichheit zu schließen.

Beim Wechsel von einem freien Anschlussende zu einem montierten Stecker prüfen Sie, ob sich Lieferumfang und Montageaufgaben ändern. Die technische Eignung der neuen Verbindung bleibt eine eigene Frage.

Lieferzustand prüfen, Anschluss im Gerät getrennt bewerten

Beim Eingang des Musters vergleichen Sie zunächst die gelieferte Ausführung mit der Bestellung: Ist das Anschlussende frei oder ist das vereinbarte Anschlussteil montiert? Stimmen Tastaturzeichnung und gegebenenfalls die Angaben zum montierten Teil mit dem bestellten Stand überein? Lose mitgelieferte oder separat bereitgestellte Teile werden ebenfalls zugeordnet.

Damit prüfen Sie, ob die Lieferung dem vereinbarten Umfang entspricht. Daraus folgt noch nicht, dass die Verbindung im Gerät montierbar ist oder elektrisch richtig arbeitet. Diese Punkte werden mit den vorgesehenen Bauteilen und nach den festgelegten Prüfkriterien bewertet. Halten Sie die Ergebnisse getrennt fest, statt ein passendes Lieferbild als Anschlussfreigabe zu behandeln.

Für Projekte mit einer FPC-Anschlussfahne behandelt der Ratgeber zur Kontaktseite und Steckerzeichnung die mechanische Orientierung und den Zeichnungsbezug. Hier geht es dagegen darum, welche Ausführung bestellt wird und wer die Bauteile auf der Geräteseite bereitstellt. Änderungen an dieser Aufteilung sollten vor dem nächsten Muster im Zeichnungs- und Bestellstand nachgeführt werden.

Den Lieferumfang für die Anfrage eingrenzen

Auf der Produktseite für kundenspezifische Folientastaturen finden Sie den allgemeinen Bauteilrahmen. Für eine technische Projektanfrage genügt als Einstieg eine erkennbare Ansicht oder Zeichnung des Anschlussendes mit der Angabe „frei“ oder „Stecker montiert“. Ergänzen Sie, soweit vorhanden, die Unterlagen zur Geräteseite und schreiben Sie dazu, wer deren Bauteile liefert und montiert. Unentschiedene Punkte können offen gekennzeichnet bleiben.

Eine Zeichnungs- und DFM-Prüfung kann helfen, die gewünschte Anschlussausführung technisch einzugrenzen. Lieferumfang und Zuständigkeiten müssen zusätzlich im Angebot abgestimmt werden. Die Eignung des konkreten Anschlusses und die spätere Produktionsfreigabe werden damit noch nicht bestätigt.