Bei einer Taste mit mehreren Funktionen sollte die dauerhaft gedruckte Beschriftung zur vorgesehenen Bedienung passen. Halten Sie vor der Druckfreigabe fest, welche Funktion die Taste in welchem Gerätezustand auslöst und wie die Beschriftung darauf verweist. Zwei aufgedruckte Symbole belegen weder zwei getrennte Schaltkontakte noch eine bestimmte Art der Betätigung.
Aufdruck, Kontakt und Gerätefunktion auseinanderhalten
Die Frontfolie zeigt dem Bediener Symbole und Texte. Die elektrische Schaltung beschreibt die Kontakte. Welche Aktion das Gerät daraus ableitet, hängt von der vorgesehenen Auswertung ab. Ein optisch passendes Muster beantwortet deshalb noch nicht die Frage, ob die Taste im Gerät die richtige Funktion auslöst.
Ein konkretes Herstellerbeispiel liefert das Beckhoff-Handbuch für CP79xx-Control-Panels, Version 1.6 vom 8. Mai 2024, Abschnitt 3.4: Dort werden die Funktionen der Funktionstasten durch die Software bestimmt. Das Beispiel beschreibt diese Geräte, nicht die Auswertung einer beliebigen Folientastatur.
Hoffmann + Krippner beschreibt die bedruckte Frontfolie und die Schaltungsfolie als getrennte Ebenen. Auf der Schaltungsfolie liegen unter anderem Leiterbahnen und Kontakte. Für ein kundenspezifisches Projekt sollten daher Grafik, Kontaktzuordnung und Gerätefunktion jeweils nachvollziehbar dokumentiert sein. Die genannten Beschreibungen ersetzen keine Spezifikation für das eigene Projekt.
Für jede Funktion die auslösende Bedingung festhalten
Geben Sie der betroffenen Taste eine eindeutige Kennung in der Frontansicht. Notieren Sie für jede vorgesehene Funktion den Gerätezustand, die Betätigung und die erwartete Aktion. Gehört beispielsweise eine zusätzliche Funktion zu einem Menü oder zu einem längeren Tastendruck, muss das Projektteam diese Bedingung festlegen. Ein zweites Symbol entscheidet darüber nicht.
Verwenden Sie diese Zuordnung gemeinsam mit der Druckvorlage. Zu einem Eintrag gehören:
- die Taste und das sichtbare Symbol oder der Text,
- der Zustand, in dem die Funktion verfügbar sein soll,
- die vorgesehene Betätigung, soweit bereits festgelegt,
- die erwartete Geräteaktion und der zugehörige Unterlagenstand.
Führt dieselbe Taste in zwei Zuständen zu unterschiedlichen Aktionen, dokumentieren Sie beide Fälle getrennt. Verweist die Beschriftung nur auf eine davon, bleibt zu klären, woran der Bediener die andere Funktion und ihren Zustand erkennt. Legen Sie keine Zeitgrenze für einen langen Tastendruck fest, nur weil dafür zwei Symbole auf dem Layout stehen.
Das Produktfoto zeigt vier blaue Tastenfelder. In zwei Feldern sind mehrere Piktogramme durch einen schrägen Strich getrennt. Welche Funktionen dahinterstehen, wie sie ausgelöst werden und wie viele Kontakte vorhanden sind, ist auf dem Foto nicht erkennbar. Die Aufnahme hilft beim Beschreiben der Grafik, ersetzt aber keine Funktionszuordnung.
Widersprüche vor der Druckfreigabe klären
Vergleichen Sie die Druckvorlage mit der bestätigten Zuordnung. Prüfen Sie insbesondere, ob ein Symbol noch zu einer früheren Funktion gehört, ob zwei unterschiedliche Aktionen dieselbe Bezeichnung erhalten und ob eine offene Funktion versehentlich als endgültig dargestellt wird.
Bleibt die Bedeutung einer Taste ungeklärt, markieren Sie die betroffene Stelle als offen. Ein provisorisches Symbol sollte nicht stillschweigend zur freigegebenen Druckvorlage werden. Geben Sie bei Änderungen an, welche Grafikfassung und welcher Stand der Funktionsbeschreibung zusammengehören. Auch eine reine Softwareänderung kann Anlass sein, diese Zuordnung erneut zu prüfen, wenn sich die Bedeutung der bedruckten Taste ändert.
Die elektrische Zuordnung zu Anschlusskontakten wird getrennt festgelegt. Dafür beschreibt der Ratgeber Schaltmatrix am Muster prüfen die Prüfung von Tasten und Kontaktpaaren. Diese Prüfung bestätigt für sich allein keine Menüaktion oder zeitabhängige Funktion.
Gedrucktes Muster und Gerätefunktion getrennt bestätigen
Am losen Muster können Sie die vereinbarte Grafik mit der Druckvorlage vergleichen: Stimmen Texte, Symbole und ihre Zuordnung zu den Tastenfeldern? Die Funktionsprüfung erfolgt anschließend mit der vorgesehenen Geräteelektronik und deren dokumentiertem Stand. Dabei werden die festgelegten Zustände und Betätigungen gegen die erwarteten Aktionen geprüft.
Halten Sie beide Ergebnisse getrennt fest. Die Bestätigung der Grafik ist keine Freigabe der Gerätefunktion. Eine später geänderte Funktion muss wieder mit der Beschriftung abgeglichen werden. Ob das vollständige Gerät damit für seine Anwendung freigegeben werden kann, beurteilt das zuständige Projektteam.
Für eine erste Anfrage zur kundenspezifischen Folientastatur genügt zunächst eine Tastenansicht mit den betroffenen Stellen und eine Beschreibung der vorgesehenen Funktionen. Noch unbekannte Zustände, Betätigungen oder Symbolbedeutungen dürfen ausdrücklich offen bleiben. Senden Sie diesen Stand über die Projektanfrage zur Zeichnungsprüfung. In der Engineering- und DFM-Abstimmung lassen sich Grafik und weitere Bauteilvorgaben einordnen; ein verbindliches Angebot und die Fertigungsfreigabe brauchen den jeweils bestätigten Unterlagenstand.
